Mit diesem Gedanken eröffnete sich am 23. April 2026 auf dem BildungsCampus Leadership Sachsen-Anhalt ein thematischer Horizont, der den Querschnittsthementag „ChancenKultur: Partizipation und Demokratie machen Schule“ prägte. Das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) und die Heraeus Bildungsstiftung setzten damit ein deutliches Zeichen für den ChancenAuftrag, eine partizipative Schulkultur zu stärken. Im Zentrum standen sozio-emotionales Lernen und die sozialräumliche Stärkung als Dimensionen einer Schule, die Demokratie nicht nur vermittelt, sondern lebt.
Einen besonderen Akzent setzten die Beiträge des Landesschülerrats sowie der Schülervertretungen des Agricolagymnasiums Hohenmölsen. Ihre Perspektiven verdeutlichten, wie elementar verlässliche Beteiligungsstrukturen und eine konsequente Einbindung von Schülerinnen und Schülern für die Schulentwicklung sind.
Ein weiterer Höhepunkt war die Lesung von Verena Friederike Hasel, die aus „Der tanzende Direktor“ und „Das krisenfeste Kind“ vortrug. In der anschließenden Gesprächsrunde im Format einer Live-Annotation ging sie auf kritische Fragen zur Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen im Kollegium, zu notwendigen Rahmenbedingungen im System sowie zu Chancen einer Haltung ein, die sie aus Neuseeland beschreibt. Der spannende Begriff Whanaungatanga bezeichnet hierbei einen Zusammenhalt, der so groß ist, dass rein individualistische Vorstellungen vom Glücksstreben keinen Platz haben.
In den ChancenWerkstätten wurden im Anschluss Zugänge zur Stärkung von Beteiligung und demokratischer Schulentwicklung praxisnah vertieft. Dazu gehörten Angebote zu Lernen durch Engagement, Einblicke der Heimbürgeschule Kahla in ihr Beteiligungsformat Tuesday, ein Workshop zur Stärkung von Resilienz durch die Bildungsmanagerinnen und -manager aus Sachsen-Anhalt sowie ein Workshop der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik, der sich insbesondere an Schulleitungen richtete.
Gerahmt wurde der Tag durch Formate, die Austausch und Reflexion unterstützten. Die Eröffnung durch Schülerinnen und Schüler sowie das demokratische Experiment „Sprechen und Zuhören“ machten deutlich, dass Demokratiebildung nicht bei Konzepten stehen bleibt, sondern im schulischen Alltag eingeübt werden muss. Materialien von MindMatters ergänzten die Impulse mit Hinweisen für die Umsetzung in der Praxis.
Zum Abschluss wurden Ergebnisse in ko-kreativen Arbeitsformen sichtbar gemacht und in Postkartenbotschaften festgehalten. Diese ChancenResonanz bildete gemeinsam mit einer spannenden Buchverlosung eine Brücke zum Transfer der vielseitigen Impulse in die schulische Praxis.
Der Campus+ Thementag zeigte, dass Partizipation und Demokratiebildung zentrale Bausteine schulischer Qualitätsentwicklung sind. Die Veranstaltung bot Raum für konkrete Handlungsansätze und die gemeinsame Verständigung darüber, wie Schule als Lern- und Lebensort weiterentwickelt werden kann.

