Was nährt uns? Was gibt uns Orientierung? Was braucht es, damit unsere Wurzeln nicht austrocknen und sich Wirkung bis in die Krone entfalten kann? Mit diesen Fragen begann am 8. September 2026 der Campus+-Tag „ChancenRaum – qualiTÄTIG durch Wohlbefinden und Selbstregulation“ im Seminarhotel K6 in Halberstadt. Der BildungsCampus Leadership setzte damit seine bewährte Zusammenarbeit mit der Heraeus Bildungsstiftung fort. Eingeladen waren Schulleitungsteams, schulfachliche Referentinnen und Referenten sowie weitere interessierte schulische Akteurinnen und Akteure.
Die Baummetapher begleitete die Teilnehmenden durch den Tag. Im Zentrum standen zunächst die eigenen Wurzeln: Identität und Sinn, psychologische Sicherheit und die Frage, was Menschen in ihrem Handeln stärkt. Erst auf dieser Grundlage richtete sich der Blick auf die Gestaltung von Schule. Denn Wohlbefinden als auch Selbstregulation beginnen bei jeder und jedem Einzelnen und wirken von dort in Beziehungen, Führung und Schulentwicklung hinein.
Zu Tagesbeginn eröffneten daher vielfältige Praxisangebote bewusst bewegungsorientierte, kinästhetische und resilienzstärkende Zugänge. Die Teilnehmenden konnten unter anderem Übungen zur Stressregulation und zum Umgang mit Emotionen in herausfordernden Situationen kennenlernen.
In ihrer anschließenden Keynote stellte Prof. Dr. Friederike Blume die Selbstregulation als „Superpower“ in den Mittelpunkt. Eine zentrale Take-home-Message des Tages lautete: Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zur Selbstregulation von Natur aus in sich. Als System Schule sollten wir diese Fähigkeit bewusst stärken. Wie ein Muskel braucht Selbstregulation im Lern- und Führungsalltag passende Strategien, Training und ebenso Erholungsphasen.
Aktivierende Workshops verbanden wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Erfahrungen aus dem Schulalltag. Themen waren unter anderem die Auseinandersetzung mit dem Growth Mindset in der Lern- und Führungskultur, das Zürcher Ressourcenmodell zur Stärkung der eigenen Haltung, die datengestützte Arbeit zum schulischen Wohlbefinden und Methoden der positiven Klassenführung. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Studien des Schulbarometers und in die Bedeutung von Wohlbefinden für die Qualitätsentwicklung.
Dabei wurde deutlich: Schulisches Wohlbefinden ist kein Soft Skill, der nachrangig behandelt werden sollte. Es bildet vielmehr ein Fundament von Bildung. Wo Menschen sich sicher, zugehörig und handlungsfähig fühlen, können tragfähige Beziehungen entstehen, Führung gelingen und Lernprozesse wirksam gestaltet werden.
Unter dem Motto „qualiTÄTIG“ wurde so erlebbar, wie aus starken Wurzeln ein tragfähiger Stamm und sichtbare Wirkung in der Krone entstehen können. Für mehr Wohlbefinden, Selbstregulation und Qualität im schulischen Alltag.
