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Das Lernort-Angebot am Naumburger Dom

Hand-Werke(n) in der Hütte des Meisters

Die Programme unter dem Sammeltitel „Hand-Werke(n) in der Hütte des Meisters" wurden im Rahmen der Betreuung kultureller Lernorte durch das LISA von 2008 bis 2012 mit den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz erarbeitet. In der neu errichteten Kinderdombauhütte des Naumburger Domes können Schülerinnen und Schüler als Steinmetze und Kunstglaser tätig werden und ein mittelalterliches Bauwerk aus der Sicht seiner Schöpfer kennenlernen. An einem Tag können sie die gesamte Ausbildung von der ersten Bekanntschaft mit Baustelle, Werkstoff und Werkzeug über das Gesellenstück und die dazu gehörige Feier bis zu einem gemeinsamen Meisterstück durchleben.

Das Programm ermöglicht eine flexible Nutzung. Neben dem Tagesprogramm können die Arbeiten mit Stein und Glas auch in Kurzprogrammen ausprobiert werden. Eine Vertiefung kann außerdem unter theologischen, musikalischen, bauhistorischen, mathematischen und sozialgeschichtlichen, aber auch botanischen Gesichtspunkten erfolgen.

Alle Projekte wurden mit einem spezifischen Vorbereitungs- und Erkundungsmaterial versehen. Damit soll der Aufenthalt im Dom selbst intensiviert und der Lerneffekt rund um das gewählte Themenmodul verstärkt werden. Die Bearbeitung der Vorbereitungs-Materialien ist keine Voraussetzung für Ihre Exkursion. Sie sind auch nicht schulform- oder altersbezogen konzipiert, sondern verstehen sich als Angebote, die ganz oder teilweise mit oder auch nur von den Schülern bearbeitet werden können. Während die Erkundungsmaterialien vor Ort ausgegeben werden, können sie die Vorbereitungsmaterialien auf diesen Seiten abrufen oder unter Angabe der Buchungsdaten in der Kinderdombauhütte des Naumburger Domes anfordern. Der jeweils beigelegte Begleitbrief gibt Hinweise zum Einsatz der Materialien.
Vom Kurzprojekt bis zur Projektwoche können Sie sich so ein maßgeschneidertes Programm für Ihre Schülerinnen und Schüler zusammenstellen.
Zur Kinderdombauhütte gelangen Sie mit folgendem Link: www.naumburger-dom.de/kinderdom-bauhuette.html

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.

 

 

Hand-Werke(n) in der Hütte des Meisters (Tagesprojekt)

Herstellung eines Maßwerkfensters

Die jungen Besucher des Domes werden als Lehrlinge in der Steinmetz- und der Glaswerkstatt der Kinderdombauhütte willkommen geheißen. Einer kurzen Lehrzeit, die mit den Werkzeugen der Steinmetze bzw. Kunstglaser vertraut macht,  schließt sich eine individuelle Domerkundung an. Nach der feierlichen Aufnahme der Gesellen in die Dombauhütte arbeiten Sie gemeinsam an einem Maßwerkfenster. Die Steinmetze richten die Steine maßgerecht zu und arbeiten die Zierstücke heraus. Die Glaser schneiden farbiges Glas für die Verglasung des Vierpass-Fensters zu, schleifen und verbleien es. Am Ende des Projekttages, der etwa 7 Stunden dauern kann, wird ein farbverglastes Maßwerkfenster provisorisch zusammengesetzt und versäubert, bevor es in Einzelteilen verpackt in die Schule transportiert werden kann.
Das Projekt erfordert Kondition und Teamgeist. Es wurde mit Schülern ab 2. Schuljahrgang erfolgreich getestet.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver

 

 

Buntes Leuchten

In diesem Programmangebot liegt der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Glas in der gotischen Baupraxis. Bereits innerhalb der Domerkundung wird ein Schwerpunkt auf die Fenstergestaltung und die Technik des Fenstereinbaus gelegt. Ein besonderer Blick gilt den in den Fenstern sichtbaren Wappen, die als Vorbilder für die im Anschluss selbst gestalteten Glasbilder dienen. Nach einer kurzen Lehrzeit, in der die Schüler in die Praxis der mittelalterlichen Fensterglasherstellung und die Nutzung der Werkzeuge eingewiesen werden, fertigen sie ihr persönliches Wappen. Während die Schüler Farbglas schneiden, schleifen, verbleien und verzieren, entwickeln sie ein tiefes Verständnis für die Kunstfertigkeit der alten Meister.
Der Umgang mit Material und Werkzeugen in diesem Projekt erfordert ein geduldiges Vorgehen. Die Arbeitszeiten können je nach Geschicklichkeit der Teilnehmer und Größe der Gruppe stark variieren. Sie sollten mind. 4 Stunden für dieses Programm einplanen.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.

 

 

 

Erbauter Glaube

Im Mittelpunkt dieses Programms stehen Aufbau und Gestaltung des Westchores im Naumburger Dom. Anhand eines Bastelbogens, der unterschiedliche Detailgestaltungen zulässt, wird dem Weltbild nachgespürt, das sich im Westchor spiegelt.
Die eigene Vorstellung wird im Verlauf der Arbeit am historischen Ort überprüft. Dazu steht ein interaktiver Audioguide für den Westchor zur Verfügung, der es ermöglicht, in einen individuellen Dialog mit den berühmten Stifterfiguren zu treten. Anhand der so gewonnenen Erkenntnisse werden die Vorarbeiten korrigiert und letztlich in ein stimmiges Modell umgesetzt.
Das entstandene farbige Papiermodell des Naumburger Westchores kann zum Transport noch einmal zusammengefaltet und zu Hause verklebt werden.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.

Botanik in Stein

Gotische Kathedralen beinhalten eine große Vielfalt an steinernem Pflanzenschmuck. Für manche Betrachter tragen sie gar den Charakter botanischer Lehrwerke. Neben der symbolischen Verwendung von Pflanzen wie dem Weinstock oder dem Ölbaum zeigen die Kunstwerke das Streben der gotischen Meister, die Natur nachzubilden. Am Westlettner des Naumburger Domes sind Beispiele dieser Kunstfertigkeit zu finden. Neben einer Einführung in die Welt der Steinmetzen im 13. Jahrhundert und der Erkundung der Flora und Fauna im Naumburger Dom im Stil einer Safari beinhaltet das Programm die Gelegenheit, die oft bewunderte Genauigkeit der Pflanzendarstellungen am Westlettner mit Hilfe eines speziell entwickelten Bestimmungsschlüssels zu prüfen. Die so erkundete Pflanze kann ggf. mit dem natürlichen Vorbild im Garten des Naumburger Meisters verglichen werden, bevor sich die Schüler mit den mittelalterlichen Steinmetzwerkzeugen selbst an der steinernen Nachbildung eines Pflanzenmotivs versuchen können. Das Programm dauert etwa 3 Stunden. 

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.  

 

 

Schmuckstücke aus Stein

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in diesem Angebot mit der Kleidung und dem Schmuck der Bildwerke auseinander, die der Naumburger Meister nach den gesellschaftlichen Vorbildern des 13. Jahrhunderts schuf. Sie erkunden, welche Kleidungsstücke dominierten und wie sie getragen wurden. Auswirkungen der Kleiderformen auf Körperhaltung und Bewegung der Träger werden mit Hilfe von Nachbildungen der Kleidung der Stifterfiguren ausprobiert, bevor nach dem Vorbild des Meisters Schmuckelemente aus weichem Stein oder Gips herausgearbeitet werden.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.

 

 

 

Maß und Zahl

Die gotische Kathedrale als Zusammensetzung einfacher geometrischer Figuren und Körper steht im Mittelpunkt dieses Angebotes, das flexibel gestaltet werden kann. Grundlage ist eine spezielle Erkundung des Domes, die geometrische Grundformen und Maßverhältnisse entdecken lässt. Im praktischen Teil können Schülerinnen und Schüler den problemlösenden Umgang mit Rechteck, Dreieck und Achteck trainieren, indem sie mit einfachsten Hilfsmitteln den Grundriss einer gotischen Kirche abstecken oder gemeinsam das Konstruktionsprinzip der Maßwerkfenster analysieren und nachvollziehen.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.  

 

 

Harmonie und Maß - Wie klingt der Dom?

Die Raumgestaltung gotischer Kathedralen folgt harmonischen Gesetzmäßigkeiten. Raumelemente sind vielfach in empfohlenen Verhältnissen zueinander errichtet. Schülerinnen und Schüler können hier Abschnitte des Doms vermessen und in Klänge übertragen. Dazu bauen und nutzen sie einfache Saiteninstrumente.
Dieses Programm enthält viele Freiräume zum Ausprobieren und Komponieren. In diesen Phasen sollte ein begleitender Musiklehrer oder Musiker die Schüler unterstützen. Etwa 6-7 Stunden sind dafür erforderlich.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver

 

 

 

Bögen und Gewölbe - Erfahrung macht den Meister

Rundbögen und Spitzbögen prägen die Architektur des Domes. Bauformen vom Kreuzgratgewölbe bis zum Rippengewölbe sind sichtbar. Wie stabilisiert man solche Formen? Schülerinnen und Schüler schlüpfen in diesem Projekt in die Rolle mittelalterlicher Baumeister. Sie können an Modellen Erfahrungen über die Kräfte in Rundbögen, Spitzbögen und Segmentbögen sammeln, erkunden die in der Architektur sichtbaren Tricks der Maurer und errichten anschließend ihren Bogen mit Steinen und Lehm.

Begleitende Materialien finden Sie auf dem Bildungsserver.

 

 

Hüttenleben - eine Projektwoche im Naumburger Dom

Im Rahmen einer Projektwoche können Schülerinnen und Schülern den Spuren der mittelalterlichen Baumeister auf unterschiedlichen Pfaden folgen. Sie vermessen eine Kathedrale, schlüpfen in die Rollen von Maurern, Steinmetzen, Laubhauern oder Glasern. Alle Einzelangebote sind nach Wunsch kombinierbar - jeden Tag erleben Schülerinnen und Schüler neue Facetten eines eindrucksvollen Bauwerkes.